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Les clefs d'Or

Der Gay Bezirk des Marais

Paris, eine von Europas schwulen Hauptstädten.

In den letzten fünf Jahren ist eine kleine Revolution am normalerweise friedlichen und bourgeoisen Pariser Himmel aufgetaucht. Paris ist nicht mehr nur die meistbesuchteste Stadt der Welt, sondern auch die schwulste und die erste Hauptstadt, die im März 2008 einen offen schwul lebenden Bürgermeister wählte. Die Gay Pride hat im Juni 2008 700 000 Menschen auf die Strasse gebracht. In Frankreich, welches ein eher konservatives Land ist, bleibt Paris die Stadt von Freiheit und Toleranz mit dem schlechtesten Wahlergebnis für die Rechtsextremen im ganzen Land. Das schwule Viertel befindet sich im Centrum und heisst „Le Marais“ und besteht aus dem 3. und 4. Arrondissement. Es ist einer der chicsten und auch der teuersten Bezirke von Paris. Immobilienpreise haben sich dort binnen der letzten fünf Jahre verdoppelt, eine kleine Einzimmerwohnung von durchschnittlich etwa 20 qm kostet ca. 170 000 Euro. Das Marais ist „the place to be“ und fängt internationale Besucher mit offenen Armen auf und beschert Paris mit über 300 Etablissements, mehr als 100 Bars und Restaurants eine der größten Schwulenszenen Europas. Sollten Sie noch nie in Paris gewesen sein oder doch schon mal hier gewesen sein, so lohnt es sich auf jeden Fall immer wieder die Stadt der Lichter zu besuchen. 

Ein Insiderblick auf das schwule Paris von heute – von Schuyler Hoffman 

Die letzten Jahre hat sich viel verändert – die angesagten Bars, Looks usw. . Vor fünfzehn Jahren war die Schwulenszene noch nicht im Marais angesiedelt. Es gab noch nicht so viele Clubs und die, die es gab, waren ziemlich über die Stadt verteilt. Viele meiner Lieblingsclubs von damals gibt es heute nicht mehr – Swing Bar, Le Boy und Le Palace (eine der wichtigsten Clubs schwuler Geschichte ... ). Einige gibt es allerdings immer noch und es kommen ständig neue hinzu. 

 

Die Fitness-Welle hat mittlerweile auch Paris erfasst. Aber als ich anfing Paris zu entdecken, waren die Pariser Jungs noch nicht von Muskeln besessen. Das Aussehen war schon wichtig, aber was mehr zählte waren Persönlichkeit, Stil, Individualität, Intelligenz und besonders die Fähigkeit eine anspruchsvolle Konversation führen zu können; das hat damals vor allem angeturnt. Das stimmt auch heute noch, aber hat sich eben doch auch ziemlich geändert. Auch Paris ist mittlerweile voller Fitness-Studios und so sieht man auch immer mehr muskulöse gutgebaute Franzosen. Die meisten Muscle-Boys, die man in Paris trifft sind nicht mehr ganz jung, 30 und mehr. Der Trend bei den Jüngeren geht mehr dazu ganz schlank zu sein. Was nicht bedeutet, dass sie in irgendeiner Form effeminiert sind. 

 

Was die Szene angeht, so kann man sagen, dass sich da einiges geändert hat in den letzten Jahren. Alles fängt sehr spät an. Die meisten Clubs öffnen vor Mitternacht gar nicht erst. Normalerweise trifft man sich vorher bei Freunden oder in Bars auf einen oder zwei Drinks, eventuell ein paar Hors d’Oeuvres, um dann so gegen 21.30 Uhr zum Essen zu gehen. Ein typisches „Dîner“ findet normalerweise in recht entspannter Atmosphäre statt, mit viel Konversation gefüllt, und dauert zwei bis drei Stunden. Dann geht es in die Clubs. Bis man loskommt fährt die Metro in der Regel schon nicht mehr (der letzte Zug kommt in der letzten Station um 1.15 Uhr an; Verlängerung an Wochenenden bis 2.15 Uhr geplant). So bleibt man dann also häufig bis zur ersten Metro, die ab 5.30 Uhr fährt in den Clubs. Das gilt auch wenn man bei Leuten zu Hause auf Parties eingeladen ist. Die Clubs sind immer mindestens bis zu diesem Zeitpunkt geöffnet, wenn nicht länger; das gilt auch wenn jemand eine Party gibt. Und das macht ja auch Spaß.
Auch die Lesbenszene hat sich weiterentwickelt. Ein oder zwei Clubs gibt es schon seit Ewigkeiten. In den letzten Jahren sind dann noch viele weitere Clubs, Bars und Restaurants hinzugekommen.

Und auch Sex-Clubs hatten ihr großes Comeback in den letzten fünf Jahren. Paris hält mit 40 Sex-Clubs nun den Weltrekord. Einige von ihnen sind schon ein bisschen schmierig, andere wiederum sind schon nahezu nobel zu nennen, andere sind als Sauna oder Gym deklariert. Andere wiederum sind alles in einem: auf der einen Etage ist eine Bar, Tanzfläche und Bühne für Gogoboys und im Untergeschoss ... na, Sie wissen schon was im Untergeschoss ist. Und in den Pariser Sex-Clubs ist in der Regel ein durchaus ansprechendes Publikum. 

Viele Schwule und Lesben sind aus der Provinz oder aus dem Ausland nach Paris gekommen, um das Leben in der Großen Stadt zu genießen. Und nicht zuletzt ist Paris natürlich auch das Centrum der französischsprachigen Welt. Außerdem hat natürlich auch die EU dazu beigetragen, dass Paris aufgrund der Reise- und Niederlassungsfreiheiten immer mehr zum Melting Pot der Kulturen geworden ist. Und das kann man auch sehr gut in der Schwulenszene beobachten. So kommen also zu den Franzosen und Französinnen noch alle anderen Hautfarben, Augenfarben, Formen usw. dazu... alle mit sehr charmanten Akzenten. 

Paris geht sehr gut mit seiner Schwulenszene um; es gibt natürlich noch ein paar Religiöse oder ähnliche Konservative, aber die fallen so gut wie gar nicht ins Gewicht. Die Franzosen haben eine Leben-und-leben-lassen-Einstellung zu diesem Thema angenommen. Im Jahr 2000 wurde der PACS eingeführt, eine Art Zivilehe für Schwule und Heteros gleichermaßen. In 2001 wurde dann Bertrand Delanoë, Paris’ erster öffentlich schwuler Bürgermeister gewählt. Er bekam natürlich viel Unterstützung aus dem dritten und vierten Bezirk, aber er hat eben auch die Mehrheit aller Pariser für sich gewinnen können. Seine sexuelle Orientierung wurde während des ganzen Wahlkampfs nicht einmal erwähnt. Die große Akzeptanz gegenüber Schwulen kann man jedes Jahr im Juni auch bei der Gay Pride sehen. Es wimmelt nur so von Schwulen aus ganz Europa. Sie nimmt fast das ganze Pariser Centrum in Beschlag. Paris ist nicht nur für schwule und lesbische Bewohner ganz toll, sondern auch für schwule und lesbische Besucher.
 

Im Mai 2007 wird Frankreich nach zwölf Jahren Jacques Chirac einen neuen Präsidenten wählen. Es ist nicht nötig zu erwähnen, dass die meisten Franzosen genug von ihm haben – die letzten Umfragen zeigen, dass seine Beliebtheit bei weniger als 20 % liegt. Eines der Themen im Wahlkampf wird Schwulenhochzeit und Adoption sein. Zum ersten Mal haben 800 000 Menschen hierfür demonstriert. Die Sozialisten haben sich formell engagiert, schwule Hochzeiten einzuführen, sollten sie gewinnen. Nach der Gay Pride hatte ich das Glück, Jack Lang, ehemaliger Minister für Kultur, möglicher linker Präsidentschaftskandidat und der in 20 Jahren noch keine Gay Pride verpasst hat, zu treffen. Er sagte mir, dass die Schwulenehe und gleiche Rechte für alle Paare, ganz sicher kommen wird, egal wer die Sozialisten führen wird. In diesem Falle würde Frankreich, Holland, Belgien und Spanien folgen, die schon die Schwulenehe eingeführt haben.

 

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