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Les clefs d'Or

Nomadenreise 2012Nomadenreise 2012

Die „Nomadentage“ dieses Jahr kommen näher, und wieder ist diese originelle und erlebnisreiche Idee eine Möglichkeit, im Herzen des Marais überraschende und künstlerisch kulturelle Entdeckungen zu machen. Parismarais, das wie gewöhnlich den Weg ebnet und wahre Schätze hervorbringt, bietet Ihnen eine kurze Auswahl unserer Lieblingsplätze, die Sie nicht missen sollten. Diese Auswahl ist natürlich nicht vollständig und sollte daher als Appetitanreger auf die „Nomadentage“ gesehen werden, die über 350 Attraktionen zum Geniessen bereithalten.
 
Beginnen wir mit einer „terra incognita,” einem wahren künstlerischen Schock. Gemeint ist hier die Entdeckung der Galerie Christian Berst, zu finden in der kleinen Passage Gravilliers 5. Die Galerie führt uns in die Grundlagen der Art Brut/Primitive Art ein. Sie können hier sowohl die Werke etablierter Künstler wie z. B. Adolf Wolfli als auch jüngerer Künstler finden.  Bei dieser Gelegenheit wird die Galerie die photographische Arbeit des autistischen Künstlers Albert Moser vorstellen. Seine Stadtlandschaften werden zum ersten Mal ausgestellt und sind eine wahre Offenbarung für Liebhaber der Art Brut und der Photographie. Art Brut, eine Kunstrichtung, die von Kritikern lange vernachlässigt und von Christian Berst als „Bermudadreieck der Kunst” bezeichnet wurde, hat in dieser begeisternden Galerie nun endlich ihren perfekten Pariser Botschafter gefunden. Das für diesen Herbst vorgesehene Programm ist gleichermaβen faszinierend.

Galerie Christian Berst. Albert Moser : "Life is a panoramic". 

Nach diesem Abstecher zu ungewöhnlichen Kunstwerken geht es weiter in die Galerie Michele Chomette. Die Galerie befindet sich im Obergeschoss des Gebäudes der rue Beaubourg 24. Sie stellt die photographische Arbeit des katalanischen (Wand)Malers José Maria Sert (1874-1945) aus, der zwischen den beiden Weltkriegen in die exklusivsten Kreise aufgestiegen ist. Der Künstler wurde durch seine grossen Wandmalereien im Rockefeller Center in New York berühmt, ebenso wie für seine Dekorationen des Konferenzraums der Vereinten Nationen in Genf. Obwohl er ziemlich in Vergessenheit geraten war, weckt dieser Künstler ein erneutes Interesse an photographischen Studien. Es ist eben genau dieser Widerspruch, den die Galerie in ihrer Ausstellung hervorhebt, welcher zufälligerweise auch in der wundervollen Ausstellung, derzeit am Petit Palais (8. März - 5. August, „Tizian am Werk”), die für Sert reserviert ist, wiedergespiegelt wird.
 
Die Galerie bietet auch einen Wettbewerb an, der allen frei zugänglich ist. Der Titel dazu lautet:  „Die Kunst, Lügen darzustellen.” Alle Beiträge müssen bis zum 16. Juni eingegangen sein. Fünf preisgekrönte Gewinner werden dann eingeladen, ihre Werke vom 18. bis 25. Juli 2012 in der Galerie auszustellen.
 
Nur ein paar Schritte weiter befindet sich die Galerie Daniel Templon, die sich seit 1972 ganz in der Nähe in der rue Beaubourg 30 eingerichtet hat. Diese Galerie ist etablierten und neueren Künstlern vorbehalten, die sich durch starke Persönlichkeiten auszeichnen, sowie dadurch, dass sie innerhalb unbekannter Medienformen arbeiten. Valerio Adami, ein Hauptvertreter narrativer Figuration, hat eine Doppelausstellung seiner malerischen und photographischen Arbeit eröffnet. Seine Themen sprechen die Zerbrechlichkeit des Lebens und der Gesundheit an, und seine Arbeiten zeichnen sich durch flache Farben und schwarze Umrisse aus. Die Ausstellung endet mit den „Nomadentagen,“ eine fantastische Gelegenheit also, die es nicht zu missen gilt. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Galerie am Sonntag, 3. Juni, geschlossen ist.

Galerie Daniel Templon : Valerio Adami.

Weiter geht es nun zum Glass House an der passage Saint Avoye 4. Es bietet via „hybrid glass“ einen Dialog zwischen Kunst und Technologie. Diese Technik verändert physikalische und optische Eigenschaften mit Niedrigstromströssen. Kazuhiro Yamanakas Installation “Sound Cloud” bedient sich dieser neuartigen Technologie, die sich „quantum glass“ nennt, und erzielt ein ziemlich überraschendes Ergebnis. 

Quantum Glass : Parois de verre à motifs éclairants.
Design : Kazuhiro Yamanaka. 

Unsere Reise bringt Sie nun zum Schweizer Kulturzentrum, rue des Francs-Bourgeois 38, das eine grosse Vielfalt an gegenwärtigen Schweizer Kunstwerken enthält. Um am Thema „Weg der Nomaden” festzuhalten, werden ausgesuchte Stücke von Andreas Zust ausgestellt. Sie werden photographische Portraits der Züricher Szene aus seiner Reihe Bekannte/unbekannte entdecken, ebenso wie viele seltene Bücher. Die Andreas Zust Kollektion wird als eine der wertvollsten der Welt angesehen. Das Schweizer Kulturzentrum ist zum ersten Mal in Frankreich der Gastgeber eines Teils der Kollektion dieses brillianten Amateurs. „Als Schöpfer von Erinnerungen hat er alles mit einem scharfen Auge wahrgenommen und seinem Leben Bedeutung gegeben” ohne sich um die Grenzen zwischen Hochkultur, Gegenkultur und Populärkultur Gedanken zu machen. Diese Ausstellung sollte unbedingt während der „Nomadentage” genossen werden.  

Jean Schnyder : "Todesreiter Serie II" 1977.

Wenn Sie die rue Payenne zur Nummer 5 entlanggehen, schauen Sie in der „Chapel de l’Humanité“ vorbei, der in Europa einzig übriggebliebene positivistische Tempel. Er wurde als weltlicher Tempel entworfen und der Zukunft der Menschheit gewidmet, das Mekka von Auguste Comtes Ideen. Das Motto auf der Vorderseite des Gebäudes lautet: „Liebe als Prinzip und Ordnung als Fundament; Fortschritt als Ziel.” 

In der rue Pagan 11 öffnet das Schwedische Institut am 1. und 2. Juni seine Türen mit dem International Festival of Performance Art INFR’ACTION Paris. Mit dabei sind Aufführungen auf dem Wasser von Zhu Ming und Bill Drummond. Ganz in der Nähe präsentiert die Galerie Lahumière in der rue du Parc Royal 17, die Künstler der konstruierten und geometrischen Abstraktion unterstützt, die Arbeit von Gottfried Honegger (12. Mai bis 7. Juli). Dieser Künstler hat Frankreich bei der 13. Sao Paulo Biennale zusammen mit François Morellet und Bernar Venet vertreten. Die Kollektion des Künstlers wurde dem französischen Staat angeboten und bleibt zur Besichtigung im Museum Mouans-Sartoux, eine gebührende Anerkennung dieses immer noch tätigen Künstlers, trotz seiner 94 Jahre.  

Galerie Anders Hus

In der rue Debelleyme 7 gibt es in der Galerie Thaddaeus Ropac zwei Ausstellungen, die den kürzlich entstandenen Gemälden von Elya und Emilia Kabakov, ebenso wie den Skulpturen von Donald Baechler gewidmet sind. Letzterer ist ein Popkünstler zweiter Generation, der in der Vorstellungswelt von Kindern oder geistig Behinderten seine Inspiration findet und dabei oft auf Dubuffet verweist.
 
Das Programm der „Nomadentage” ist dieses Jahr so reich und vielfältig, dass all die teilnehmenden Orte miteinander verknüpft werden könnten. Beginnen Sie Ihre Reise mit der Entdeckung der einzigartigen Pariser Galerie, die der Art Brut/Primitive Art (Galerie Christian Berst) gewidmet ist, und beenden Sie sie mit einem Besuch bei einer der zur Zeit kultigsten Kunstgalerien (Thaddaeus Ropac), die besonders die Werke eines Künstlers ausstellt, der von „primitive art“ und seinem Universum beeinflusst wurde. Für mich ist diese Reise ein schöner Rundgang und eine Möglichkeit, über den Ursprung von Kunst nachzudenken.

Karine Latos / Arnaud Sellier © parimarais.com 2012 

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