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Les clefs d'Or

Historische Gebäude

LE MARAIS

© MARIANNE STRÖM - ARTSPUBLICS.NET

Ordensbrüder waren die Ersten, die das bezaubernde Pariser Marais-Viertel urbar machten und dort die Zivilisation einführten.  Später wurde das Marais dann einer der Lieblingsorte der königlichen Familie und des Hofes. Aber die Moden kamen und gingen und so wurde das Marais wieder von der Aristokratie verlassen und von Handwerkern und kleinen Manufakturen bevölkert. Heute ist das Marais ein In-Viertel mit vielen jungen Designern und angesagten Bars. Das Marais hat nach vierzig Jahren aufwendigen Restaurierens seine prächtige Architektur wiedergefunden.

Nicht zuletzt durch seine architektonischen Details ist das Marais der Beweis des Könnens von Künstlern und Handwerkern verschiedener Epochen, das sich in den sich aufeinander folgenden dominierenden Stilen ausdrückt. An einer Stelle kann man zum Beispiel ein Portal mit den großen Nägeln aus der Zeit Ludwig XIII. sehen, gegenüber vielleicht ein schmiedeisernes Geländer im Stile Ludwig XIV., dann wieder einen elegant geschwungenen Balkon im Louis-XV.-Stil, eine neoklassizistische Konsole aus der Zeit Ludwig XVI. oder ein Brunnen der Ära Louis-Philippes …

Die alten Schilder der Händler erinnern außerdem an eine nicht ganz so weit entfernte Vergangenheit. Die Geschäftswelt allerdings verändert sich zusehends. Die Handwerksbetriebe gehen und Modegeschäfte oder ähnliche kommen. Nur die alten Schilder bleiben. So kann über einer chicen Boutique zum Beispiel das alte kunstvolle Schild eines Bäckers, Schlachters oder auch eines Geigenbauers, die hier einst beherbergt wurden, sehen.


Durch eine Kameralinse aufgenommen, kann man wunderbar die Einzelheiten der reichhaltigen Architektur dieses vielfältigen Viertels beobachten. Durch neue Bewohner und entdeckungsfreudige Besucher, die fasziniert herumstreifen, ist dem Marais neues Leben eingehaucht worden.
Wenn Sie diese Bilder ansehen, so werden Sie entdecken wie schön diese Ecke Paris’ ist. Es ist in der Tat der weltweit größte Bezirk des 16. und 17. Jahrhunderts. Im Marais gibt es mehr Geschichte zu entdecken, als an den meisten anderen Orten der Welt. Stellen Sie sich vor: hier liegt die letzte Residenz der französischen Könige gleich um die Ecke von Victor Hugos Haus in Straßen voller mittelalterlicher Herrenhäuser. Genießen Sie es, einfach mal ziellos im Marais herumzuspazieren.

Das Marais, das Herz der Stadt der Lichter.
Entdecken Sie eine der angenehmsten Pariser Gegenden. 

BY MELISSA SCHULZ

Einst bloßes Sumpfgebiet ist das Marais (was auf Französisch „Sumpf“ heißt) heute eines der prächtigsten und auch überraschensten Viertel Paris’. Wer hätte je gedacht das solche Schönheit auf den schlammigen Gewässern dieser Sümpfe entstehen kann? Es ist eine der wenigen Gegenden der Stadt wo sich Exzentrik und klassische Schönheit treffen, wo etwas schrulliger Charme und Tradition sich die Waage halten und Leben in kreative Köpfe hauchen und wo Erfindungsreichtum wertgeschätzt wird.
Das Marais, fußläufig zum Louvre, zur Seine, zur Sorbonne und Nôtre-Dame gelegen, ist ein bißchen eine Stadt in der Stadt, wo jeder nach seiner Façon glücklich werden kann.

DAS ZWÖLFTE JAHRHUNDERT

Heute aus dem 3. und 4. Pariser Arrondissement bestehend, begann das Herz des Marais zu Beginn des 12. Jahrhunderts zu schlagen, als religiöse Institutionen gefolgt von der jüdischen Gemeinde begannen das Land urbar zu machen. Die Hoch-Zeit begann als die Könige anfingen den Louvre ein bißchen links liegen zu lassen und im Hôtel Saint Paul residierten und Heinrich IV begann den Place Royale, den heutigen Place des Vosges, zu bauen. Um den Platz herum wurden eindrucksvolle Herrenhäuser errichtet, die dem Platz einen unvergleichlichen Charme verleihen und die zum Teil auch besichtigt werden können.

Im 17. Jahrhundert durchlebte das Marais eine dunklere Periode seiner Geschichte. Versailles trat ins Rampenlicht und die Adligen begannen ihre Häuser an das Bürgertum zu veräußern. Der Glanz verschwand zeitweilig, insbesondere während der Französischen Revolution. Aber im 19. Jahrhundert erholte sich das Marais wieder und entwickelte durch die Ansiedlung von Künstlern und kleinen Händlern einen neuen Charme.
Im Jahre 1962 als das nach dem damaligen Minister für Kultur benannte Malraux-Gesetz, welches Abrisse und Renovierungen erlaubte und förderte, in Kraft trat, bekam das Marais ein lange benötigtes Lifting auch wenn einige ältere Gebäude dran glauben mussten, so sind doch die große Mehrzahl historischer Gebäude erhalten geblieben und in einem besseren Zustand.

DAS MARAIS ALS SCHWULEN-VIERTEL

Meine erste Erfahrung im Marais machte ich mit einem französischen Freund, der viele schwule Freunde hat. Anscheinend war das Marais der ideale Ort zum Shoppen, aber auch das Zuhause einer großen schwulen Gemeinde, der die Franzosen „bon goût“, guten Geschmack, nachsagen. Ich war damals mit meinem Studentenbudget unterwegs und brauchte einen Wintermantel. Mein Freund versicherte mir, daß man nicht nur die teuersten Klamotten im Marais finden könne, sondern auch tolle Schnäppchen in den zahlreichen Second-Hand-Boutiquen. So wollten wir also den Tag verbringen.

Und was für ein Tag es wurde ! Die Novemberwinde wehten gerade so stark, daß sie Luft reinigten und die Sonne hinter einem Wolkenschleier  hervorkam und es ermöglichte einen gemütlichen Spaziergang zu unternehmen. Vor dem Centre Pompidou roch es nach den gerösteten Kastanien der Straßenhändler aber wir verließen den bevölkerten Platz und betraten das gleich dahinterliegende Marais.
Mit einem Mal wurden die Straßen schmaler, wie ein Fluß den man flussaufwärts fährt, und die geräuschvolle Menge von Straßenkünstlern, hupenden Autos und ungestümen Jugendlichen machte einer ruhigeren Atmosphäre platz. Das soll nicht heißen, daß die Gegend nicht voller Leben wäre, im Gegenteil, sie quillt über von Eindrücken.
Auf den ersten Blick kam ich nicht umhin an meine alte Heimat San Francisco zu denken. Die kleinen chicen Läden, die die Straßen säumen, die Regenbogenflaggen über den Fenstern der Cafés, die stolz im Pariser Wind flattern, gleichgeschlechtliche Paare die ganz selbstverständlich Hand in Hand gehen, Menschen in ausgefallenen Outfits, die einen entspannten Charme haben, der aus alten Jeans, Lieblings-T-Shirt und einem knallbunten Wollschal bestehen. Man sah nur selten die etwas strikte Pariser Eleganz der wohlhabenderen Pariser Viertel in diesem leichtfüßigen Teil der Stadt. 

Als wir die aufregendste Straße des Marais, die rue Sainte Croix de la Bretonnerie, heruntergingen, fühlte ich so etwas wie Befreiung. Vielleicht kam es von diesem Heimatgefühl; welches mich befiel, auch wenn das Marais im Vergleich zum Castro eher harmlos ist. Oder war es dieses Gefühl von Freiheit, was ich wieder spürte. Mein Freund kannte jeden, der uns entgegenkam, so daß wir alle fünf Minuten anhielten und Küsschen geben mussten. Auch das Shopping hat mich nicht enttäuscht. Ein Second-Hand-Laden in selbiger Straße hat meinem ohnehin schon leeren Geldbeutel nicht noch weiter gequält und bleib dem Urkonzept von Second Hand, gute Klamotten zu erschwinglichen Preisen anzubieten, treu.
Es war ein kleines zweigeschossiges Geschäft von oben bis unten vollgestopft mit Klamotten, vornehmlich Mäntel und Jacken. Nichts was ich anprobierte kostete mehr als 20 Dollar und die Suche an sich war schon der halbe Spaß. Wenn man ein bißchen mehr Geld hat, sollte man auch die Läden der rue de la Imports aufsuchen, in der man Glaslampen, exzentrische Galerien, kreative Juweliere und lebendige, farbenfrohe Boutiquen vorfindet. Und wo man auch die obligatorische Rotweinflasche für einen Gläschen im Park erstehen kann. Es lohnt sich aber auch für den Duft des frischgebackenen Brotes oder der kleinen Floristen und auf ein köstliches, kleines Croissant vorbeizuschauen.

DIE KÄSEKUCHEN-PAUSE

Nachdem ich den benötigten Wintermantel erstanden hatte und die noch dringender benötigte Flasche Wein,  entscheiden wir unseren Hunger zu stillen. Wir näherten uns der rue des Rosiers, die auch heute noch einer meiner Lieblingsstraßen ist. Der Duft von gebratenen Zwiebeln und Falafel, der aus kleinen jüdischen Delikatessengeschäften vor denen die Leute Schlange standen um am Fenster einen Falafel zu erstehen, strömte, betörte unsere Sinne. Unser Weg führte uns zu Chez Marianne, wo ich immer noch sehr gerne hingehe.
Die Wände sind mit Poesie und Bildern der Marianne, das Symbol der Französischen Republik, beladen. Wir genossen ein einfaches Mahl: Falafel, Tsatsiki, dunkles Brot und eine guter Bordeaux, alles ohne Heckmeck auf Holztischen serviert. Wie in den meisten Restaurants dieser Gegend ist der Service ausgesprochen freundlich. Es schien mir eines des Lieblingsrestaurants der dortigen jüdischen Gemeinde zu sein wo jeder jeden kennt.
Das Dessert ließen wir erstmal zugunsten der Bäckerei gegenüber ausfallen. Ein echter Jüdischer Deli mit Bagels, Schwarzbrot und dicken Stücken Käsekuchen, die in Paris eine Seltenheit sind. Die Portionen sind ausnahmsweise mal ausgesprochen großzügig bemessen und der gleiche alte Mann bedient auch heute noch mit seinem feinen Lächeln, wenn ich mal wieder vorbeischaue und dringend Käsekuchen brauche.

Auf dem Weg aus dem jüdischen Viertel hinaus, machten wir noch einen kleinen Halt, um meinem fleischfressenden Freund ein paar Würstchen zu kaufen. Das bedeutete zu Joe Goldenberg’s Deli, ein kleiner Familienbetrieb, der von Joes Eltern vor dem Krieg gegründet wurde zu gehen und die im Konzentrationslager umkamen, zu gehen. Die Wände sind Bildern seiner verlorenen Angehörigen gefüllt. Das hält ihn aber nicht davon ab, ein großartiger Gastgeber zu sein, der einen stets lächelnd willkommen heißt. Das scheint dort sowieso so üblich sein und das ist es auch, was es mir, glaube ich, so angetan hat.

UNTERWEGS PICASSO

Wir entscheiden uns für einen kleinen Umweg über das Picasso-Museum, welches das ehemalige Herrenhaus des Baron von Fontenay war und um 1656 erbaut wurde. Der Baron wurde als Eintreiber der Salzsteuer reich. Manche halten es für eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten des Marais; weniger aufgrund seiner Architektur als wegen seiner aufwendigen Dekorationen. In der Einganghalle befindet sich eine reichverzierte Treppe, die mit Skulpturen der Gebrüder Marsy, Gaspard und Balthasar, die auch an der Inneneinrichtung Versailles’ beteiligt waren, geschmückt ist. Die Ausstellungsstücke sind selbst auch eine Überraschung. Alle Ären Picassos Schaffens finden sich hier und spiegeln die ganze Bandbreite seiner unglaublichen Kreativität. Es ist eine ganz außerordentliche Sammlung seiner Werke, die 203 Gemälde, 158 Skulpturen und diverse Zeichnungen, Skizzen und sogar Geschirr umfasst.

Unser nächster Halt war am Place des Vosges, der ursprünglich Place Royale, königlicher Platz, hieß. Er wurde 1605 – 1610 von Heinrich IV. für die „Royals“ erbaut. Aber es sind nicht alle Fragen hinsichtlich der tatsächlichen  Benutzung der Räumlichkeiten geklärt. Die meisten behaupten, es waren des Königs Maîtressen, die hier residierten. Es ist Paris’ ältester öffentlicher Platz und war im 17. Jahrhundert das Centrum der Aristokratie, wo sich viele Romanzen abspielten. Im 19. Jahrhundert ließ Napoleon den Platz in Place des Vosges umtaufen. Heutzutage finden sich hier hochpreisige Galerien und Antikhändler sowie das Haus Victor Hugos – und auch das von Dominique Strauss-Kahn. . .

Wir fanden schnell ein kleines Fleckchen im Garten in der Mitte des Platzes wo wir uns gerade als der Himmel kurz vor Sonnenuntergang honigfarben wurde, niederließen. Kinder tollten um uns herum und Pärchen wärmten einander auf den Bänken. Wir entkorkten den Wein und tranken aus Plastikbechern. Aber alsbald wurde unsere Unterhaltung vom Parkwächter unterbrochen, der uns informierte das Glasbehältnisse, vulgo Flaschen, im Park nicht erlaubt seien und wir die Flasche doch bitte nicht allzu öffentlich zeigen sollten. Ich musste lächeln und daran denken, daß man dafür in Amerika sofort ein Strafmandat kassiert hätte. Ist es überhaupt erlaubt, in Park Wein zu trinken? Ich weiß es nicht einmal mehr.
Ich fühlte mich wieder wie ein Kind, das etwas neues Geheimnisvolles entdeckt. Friedlich blickte ich zum Himmel empor und beobachtete die rosa Wolken auf gelbem Grund und die Sonne, die langsam hinter den Gemäuern Heinrich IV. verschwand.

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