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Les clefs d'Or

 

 

 

 

 

Jewish Quarter

Von Toni L. Kamins © traduction : Nicolaï Zielcke
Toni L. Kamins ist freischaffende Journalistin und ehemalige Herausgeberin. Sie ist zudem Autorin des „Complete Jewish Guide to France“ und des „Complete Jewish Guide to Britain and Ireland“ (St. Martin’s Press). Wenn Sie mehr über sie und ihre Bücher erfahren möchten : www.tonikamins.com

Seit die Region im ersten Jahrhundert vor Christi von den Römern erobert wurde, lebten immer wieder Juden in Paris. Kleine jüdische Gemeinden gab es in diesen frühen Jahrhunderten im heutigen fünften Arrondissement, gleich südlich des Seine-Ufers, dort wo jetzt die Kirche Saint Julien-le-Pauvre steht. Es kann mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß sich dort einst eine Synagoge befand.

Im zehnten und elften Jahrhundert gab es dann eine kleinen jüdische Gemeinde in der rue de la Harpe zwischen der rue de la Huchette und der rue Saint Severin und ebenfalls in einer Straße namens rue de la Vieille Juiverie (Alte-Judentum-Straße), die sich zwischen der rue Saint Severin und der rue Monsieur le Prince befindet. An der Ecke des Boulevard Saint Michel und der rue Monsieur le Prince lagen einst ein jüdischer Friedhof und eine Synagoge. Ein weiterer Friedhof war in der kleinen rue Pierre Sarazin gleich am Boul’ Mich’.

Im zwölften Jahrhundert, als Benjamin von Tudela, der die damals bekannte Welt bereiste und über deren jüdische Gemeinden schrieb, nach Paris kam, konnte er es Ha-Ir Hagedolah nennen, was im Hebräischen „Große Stadt“ bedeutet. Die jüdische Gemeinde, die damals auf der Île de la Cité lebte, hieß ihn herzlich willkommen und er verbrachte eine Weile bei Ihnen im Viertel, welches sich von der rue de la Cité (damals rue des Juifs, Judenstraße, genannt)  bis zum Quai de la Corse (Korsika-Kai) und zur rue de Lutèce (Lutetia-Straße) erstreckte. Auf dem Place Louis Lépine, wo sich heute der malerische Blumenmarkt befindet, erhob sich seinerzeit die Synagoge.

Im späten zwölften Jahrhundert gab es seine weitere jüdische Gemeinde die sich in der von den Straßen rue de Moussy, rue du Rénard, rue Saint Merri und rue de la Tâcherie eingegrentzen Gegend befand. Ebenso, gab es eine kleine Gemeinde auf dem Petit Pont, der „kleinen Brücke“; auf allen Brücken Paris’ standen damals Häuser, sie waren im Grunde fast wie normale Straßen. Es lebten natürlich auch noch in diversen anderen Straßen der Stadt Juden. So gab es zum Besipiel die Moulin aux Juifs (Judenmühle), die Île aux Juifs (Judeninsel) oder den Cour de la Juiverie (Judenhof). Im dreizehnten Jahrhundert ist die Gemeinde dann ins Marais, das heutige dritte und vierte Arrondissement gezogen, wo sie bis zu ihrer Vertreibung im Jahre 1306 blieben.

Außerhalb der Zeiten der Vertreibung, genoss das Pariser Rabbinat höchstes Ansehen in der jüdischen Welt. Die Stadt war das Zuhause vieler intellektueller Juden, unter ihnen Rabbi Shlomo ben Meir auch bekannt als der RaSHBaM, Rabbi Jacob ben Meir Tam, Mattathias Gaon, Chaim ben Hananel ha Kohen, Elijah ben Judah, Jacob ben Simeon und Rabbi Yehiel von Paris, im dreizehnter Jahrhundert der Vorsitzende der Pariser Yeshiva, der Rabbiner-Akademie.
Als die Juden zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts nach Paris zurückkamen, ließen sie sich abermals im Marais nieder.

Paris war ein Ort jüdischen Wohlstands, jüdischer Bildung und jüdischer Größe, hat andererseits aber auch viele jüdische Tränen gesehen. Über Jahrhunderte lebte die jüdische Gemeinde nur unter Duldung des Königs. Vertreibungen waren häufig und es dauerte bis zur Französischen Revolution als Napoleon Bonaparte den Juden gewisse bürgerliche und religiöse Freiheiten einräumte.

Heutzutage gibt es jüdische Gemeinden in und um Paris herum von denen die größten im 4., 9., 11., 13., 19; und 20. Arrondissement zu finden sind. Und wenn man durch Paris schlendert ist in der Tat überall jüdische Geschichte zu entdecken; man muss nur wissen, wo man gucken muss.

EIN SPAZIERGANG DURCHS JÜDISCHE MARAIS. START AUF DER ÎLE DE LA CITÉ (MÉTRO: 4 CITÉ)

Der Stadt berühmtestes Judenviertel ist das Marais, welches auch als Pletzl – jiddisch für Platz – bekannt ist. Das vierte Arrondissement (Métro: 1 Saint-Paul) war für die Juden seit dem 13. Jahrhundert immer mal wieder ein Zuhause. Heutzutage ist das Marais, trotz der Gentrifizierung, die es zu einem der gefragtesten und teuersten Viertel gemacht hat, immer noch sehr jüdisch und das seit jetzt mittlerweile hundert Jahren.  Das gilt vorallendingen für die Rue des Rosiers zwischen der Rue Malher und der Rue des Hospitalières Saint Gervais und deren Seitenstraßen in denen es jüdische Restaurants, Büchereien, Bäckereien und Schlachter gibt sowie natürlich Synagogen und Shtiebels (kleine Gebetsräume – Oratoire auf Französisch).

NOTRE DAME VON PARIS

Nôtre-Dame ist eine der berühmtesten Pariser Sehenswürdigkeiten und sicherlich eine der spektakulärsten. Die imposante Steinfassade mit den beiden Türmen und das zu schweben scheinende Pfeilerwerk wurden schon aus allen erdenklichen Positionen gemalt oder photographiert. Es wird Sie überraschen, daß Frankreichs wichtigstes römisch-katholisches Monument auch für Juden von Interesse ist.

An der Vorderseite der Kathedrale kann man leicht zwei weibliche Figuren auf jeder Seite des mittleren Portals entdecken : Ecclesia auf der Linken und Synagoga auf der Rechten. Ecclesia, eine schöne Frau mit einer Krone, stellt die römisch-katholische Kirche dar. Synagoga, mit gebeugtem Kopfe, zerbrochenem Stab, die zerbrochene Steintafel mit den Zehn Geboten zu ihren Füßen und einer Schlage um die Augen, repräsentiert das Judentum. Diese beiden Figuren trifft man häufig in der Kirchenarchitektur Europas an. Sie spiegeln den uralten religiösen Konflikt zwischen Christen und Juden wider. 

DIE GEDENKSTÄTTE DER DEPORTIERTEN

Hinter Nôtre-Dame auf der anderen Seite der Rue de l’Archevêché ist der Square de l’Île de France. Ein kleines Tor auf der rechten Seite des Platzes führt zu dem Grab des Unbekannten Deportierten des Zweiten Weltkrieges. Drinnen sind die Namen der Konzentrationslager, in denen zweihunderttausend Französische Männer, Frauen und Kinder, sowohl Juden als auch Christen, ihr Leben ließen, in Stein gemeißelt. Beim Herausgehen, sprechen die Worte (auf Französisch) über der Tür Bände – „Vergebt, aber vergesst nicht“. 

Verlassen Sie nun diesen Ort und gehen Sie rechts auf der Rue de l’Archevêché bis zur Fußgängerbrücke Pont Saint-Louis, die sich auf Ihrer Rechten befindet. Ein schöner Ort, um innezuhalten und die Stadt zu genießen. Oder lustwandeln Sie anschließend durch die Rue Saint Louis-en-l’Île und halten hier und dort für ein Eis oder einen Snack, oder genießen Sie einfach nur die Atmosphäre. 

Auf der anderen Seite der Brücke gehen Sie dann leicht links durch die Rue Jean-du-Bellay bis zur Pont Louis-Philippe. Jetzt gelangen Sie auf das rechte Seine-Ufer und in die Rue du Pont Slouis-Philippe. An der Rue de l’Hôtel de Ville angelangt, gehen Sie rechts in eben diese und an der nächsten Ecke dann links in die Rue Geoffrey l’Asnier.
Unter der Nummer 17 findet man die Gedenkstätte des Unbekannten jüdischen Märtyrers (Tel: 01-42-77-44-72). Es handelt sich um eine der jüdischen Stätten von Paris, die einem am nahesten gehen. Es soll an die fast sechs Millionen Juden erinnern, die von den Nazis und deren Komplizen umgebracht wurden. Die Gedenkstätte wurde ursprünglich noch während des Krieges in Grenoble gegründet, um die Grausamkeiten der Nazis zu dokumentieren und hat sich seit dem stetig erweitert. Das Gebäude selbst stammt von 1956 und stellt verschiede Dokumente und Photos aus den Konzentrationslagern aus. In dem Gebäude sind auch eine Bücherei und ein Archiv sowie eine Nachforschungsinstitut untergebracht.
Verlassen Sie jetzt die Gedenkstätte und begeben Sie sich links auf die Rue Geoffrey l’Asnier. Am Ende der Straße geht es dann rechts in die Rue François Miron, anschließend links in die Rue Tiron an deren Ende sich die Rue de Rivoli befindet. Diese wird auch überquert und auf der anderen Seite ist dann die Rue Pavée.

DAS PLETZL

In diesem Bereich sind viele jüdische Geschäfte und Restaurants angesiedelt. Juden leben hier seit dem frühen zwölften Jahrhundert, aber auch im Mittelalter war dieses ein jüdisches Viertel. Es war im dreizehnten Jahrhundert als „La Juiverie“ bekannt, eine florierende und fast autarke Gemeinschaft in der alles vorhanden war: Synagogen, Friedhöfe und Lebensmittelmanufakturen. Einige Straßennamen zeugen heute noch von dieser Zeit.

Bis ins siebzehnte Jahrhundert war das Marais voller prächtiger Herrenhäuser und schöner Ausblicke – das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der geschäftigen Eliten. Aber um 1680 zog der Hof vom Louvre (der damalige Königspalast) nach Versailles und die Reichen und Mächtigen zogen hinterher, um näher bei Hofe zu sein. Und wie es schon häufig im Laufe der Geschichte von bevorzugten Gegenden auf der ganzen Welt war, so brachte der Fortzug der Wohlhabenden auch den Niedergang des Marais’ als lebenswertes Viertel mit sich.

Als das neunzehnte Jahrhundert die Industrialisierung über Westeuropa brachte, wurden viele dieser Herrenhäuser in kleine Wohnungen und Werkstätten unterteilt. Es dauerte nicht lange, da wurde die Überfüllung immer schlimmer und Elendsquartiere machten sich in Hinterhöfen, vor den Häusern und sogar auf den Dächern breit. Das einst so glanzvolle Marais wurde ein übelriechender Slum in dem jeder Sonnenstrahl kostbar schien. Viele der Bewohner waren Juden, die Nachkommen derer die im zwölften Jahrhundert von Philippe-Auguste Frankreichs verwiesen wurden.

Aber gucken Sie sich mal um ! Urbane Geschichte hat viele Windungen. Das Marais ist heutzutage eines der begehrtesten Pariser Viertel und die Immobilienpreise gehören zu den höchsten der Hauptstadt, da viele erfolgreiche Künstler, Medienleute und Stars eine Bleibe in dieser historisch reichen Ecke suchen.

Paris’ Bürgermeister, Bertrand Delanoë (seit 2001) wird nicht müde zu versuchen, das Leben im Marais noch weiter zu verbessern, Verkehrsprobleme zu lösen und einige Straßen in Fußgängerzonen verwandelt. Wie man sich vorstellen kann, gibt es lebhafte Diskussionen darüber, was zu tun und was zu lassen ist. Manche befürworten solche Aktionen enthusiastisch, während andere denken, daß dadurch dieser alte und jüdische Teil Paris’ in seinem Geiste zerstört wird.

 

Wenn man durch die Straßen streift, kann man, ähnlich der „Stolpersteine“, an manchen Gebäuden Plaketten sehen, die an Bewohner erinnern, die deportiert wurden und nie wiederkamen.
Gehen Sie jetzt links in die Rue Pavée. In der Nummer 10 befindet sich Agudath Hakehilot, eine orthodoxe Synagoge. Diese wurde von Hector Guimard gestaltet, dem berühmten Art Nouveau-Architekten, der auch die berühmten Eingänge der Pariser Metro-Stationen entworfen hat und 1914 diese letzte Synagoge des Pletzl erbaute. Guimards Frau, eine amerikanische Jüdin, wanderte bei der Ausbreitung der Nazis aus Frankreich in die Vereinigten Staaten aus. An Yom Kippur im Jahre 1940 wurde die Synagoge von den Deutschen gesprengt, aber seither wieder aufgebaut und ist heute neben seiner Schlüsselfunktion in der Gemeinde ein nationales Monument.

Gehen Sie jetzt weiter die Rue Pavée entlang und biegen dann links in die Rue des Rosiers. In dieser engen, uralten Straße gibt es koschere und jüdische Restaurants auf Tuchfüllung mit jüdischen Büchereien, kleinen Synagogen, Gebetsräumen sowie koscheren Bäckereien und Schlachtern. Als Zeichen der zunehmenden Gentrifizierung der Nachbarschaft sind hier auch viele trendige Boutiquen zu finden.
Wenn Sie jetzt links gehen, kommen sie in die Rue Ferdinand Duval, die bis 1900 Rue des Juifs, also Judenstraße, hieß. Im hinteren Teil des Hofes von Nummer 20 (das Tor könnte zu sein), befindet sich ein Hôtel Particulier, ein Stadtpalais, welches als Hôtel des Juifs bekannt ist. Jetzt einem Künstler gehörend, ist es ein Überbleibsel einer jüdischen Gemeinde des 18. Jahrhunderts, die aus ostfranzösischen und deutschen Juden bestand.

Richten Sie Ihre Schritte jetzt wieder in Richtung Rue des Rosiers, dann links und dann in die Rue des Ecouffes (Straße der Greifvögel, ein ehemaliger verächtlicher Begriff für Pfandleiher). Hier sind einige orthodoxe Synagogen in dieser doch recht kurzen Straße zu finden. Es gibt einige Anschläge von der späten  Lubavitscher Rebbe, Menachem Mendel Schneerson. Viele Lubavitscher Hasidim leben heute in dieser Gegend und ihre weltweiten Anhänger sind hier und woanders in Paris sehr präsent.
Gehen Sie nun abermals in die Rue des Rosiers zurück, wieder links bis zur Rue des Hospitalières-St.-Gervais und dann rechts. Unter der Nummer 6 befindet sich eine jüdische Knabenschule. Die Gedenktafel erinnert an Schüler und Lehrer, die zum Zwischenlagen Drancy außerhalb Paris’ gebracht wurden und anschließend nach Auschwitz, wo man sie umbrachte. Trotz des Schulleiters Bemühungen, so viele von ihnen wie irgend möglich zu retten, wurden von hier aus einhundertfünfundsechzig Jungen deportiert.
Die letzte Station ist dann das Museum jüdischer Kunst und Geschichte (71, Rue du Temple, Métro Hôtel de Ville, Musée de l'Art et d'Histoire du Judaïsme, www.mahj.org). Dieses wurde im Dezember anno 1998 eröffnet. Es handelt vom jüdischen Leben und beherbergt eine reiche Photoausstellung sowie viele rituelle Gegenstände. 

Verlassen dazu also die Nummer 6 der Rue des Hospitalières Saint Gervais und gehen sie jetzt zum Ende der Straße, bis zur Rue des Francs Bourgeois und dann links. Jenseits der Rue des Archives wird diese Straße dann zur Rue Rambuteau. Gehen Sie dann wieder rechts in die Rue du Temple, nicht zu verwechseln mit der Rue Vieille du Temple, die sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet. Das Museum befindet sich zu Ihrer Linken im Hôtel de Saint Aignan.

BÜCHEREIEN

Bazar Suzanne - 14, rue Ferdinand Duval, Tel. 01 48 87 34 84 or 06 60 58 34 84

Bibliophane - 6, rue des Rosiers, Tel. 01 48 87 82 20

Chir Hadach - 1, rue des Hospitalières Saint Gervais, Tel. 01 42 72 38 00

Diasporam - 20 rue des Rosiers, Tel. 01 42 78 30 50

KOSHER RESTAURANTS

Musée de l'Art et d'Histoire du Judaïsme, Café au rez de chaussée ( déjeuner et après-midi )

Les Tables de la Loi - 15, rue Saint Gilles, Tél. 01 48 04 38 02.

Essen Bench - 8, rue Pavee, Tel: 01 42 71 50 00

La Piccola Strada - 5, rue des Ecouffes, Tel: 01-44-54-94-60

Contini - 42, rue des Rosiers, Tel: 01 48 04 78 32

L’As du Falafel – le plus célèbre d’entre tous, rue des Rosiers 

IST FRANKREICH ANTI-SEMITISCH ?

Kann man Frankreich als anti-semitisch bezeichnen? Die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach. Ja, Frankreich hatte schreckliche Geschichte geschrieben mit den innerhalb seiner Grenzen lebenden Juden im Besonderen und mit Juden überhaupt.
 
Es gibt in Frankreich etwa seit dem fünften Jahrhundert Juden und die meiste Zeit waren sie Gegenstand von Verunglimpfungen, es gab Massenausweisungen, erzwungene Konvertierungen zum katholischen Glauben, lähmende Sondersteuern, demütigende öffentliche Zurschaustellung, das Leben in heruntergekommenen Ghettos, wirtschaftliche Apartheid, das Verbot in den größten Städten des Landes zu leben, Blutgerichte und sowohl zufällige als auch systematische physische Gewalt bis hin zu Mord, die durch die jeweiligen Regierungen noch unterstützt wurden. 

Das Ende des neunzehnten  und der Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bracht die Dreyfus-Affäre und während des Zweiten Weltkrieges erlebten die deutschen Besatzer wie Frankreich mit Nazi-Deutschland kooperierte und ruchlose Verbrechen gegenüber jüdische französische Staatsbürger oder auch Juden, die in Frankreich lebten, beging.
Aber das heißt nun nicht, daß die anti-jüdische Gewalt im Frankreich der letzten Jahre eine Weiterführung der schändlichen Geschichte ist. Man muss sich da genauer die französische Gesellschaft angucken.
Die Wahrheit ist, daß Frankreich nie Einwanderer aus Nordafrika oder anderen muslimischen Ländern wollte. Nichtsdestotrotz ist Frankreich heute die Heimat für über sieben Millionen Moslems.
Über Jahrzehnte haben sich Moslems aus Frankreichs ehemaligen Kolonien in Nordafrika in Frankreich niedergelassen, wo sie meistens in den Vorstädten Paris’ oder anderen großer Städte leben. Diese Vororte mit ihren Blöcken von Sozialwohnungen sind nicht besonders einladend. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Bildung vernachlässigt und der Zugang zur eigentlichen französischen Gesellschaft scheint unmöglich und Festnahmen aufgrund von Verdächtigungen von diesem und jenem sind gang und gäbe. So sind eine hohe Kriminalitätsrate, Drogen und andere soziale Probleme also keine Überraschung.

Die Gewalt gegen Juden und gegen jüdische Gebäude die in den letzten drei Jahren zugenommen hat, rührt daher und kommt nicht davon, daß die Franzosen auf einmal wieder anti-semitisch wären. Das Problem ist ernst und sollte nicht unter den Teppich gekehrt werden, aber es ist eine Tatsache, daß die Gewalt dort passiert, wo Touristen niemals hinkommen. Mit anderen Worten: die Pariser Straßen sind so sicher wie eh und je. Man sollte auch nicht denken, daß jeder Moslem in Frankreich bereit sei, diese schrecklichen Taten zu begehen. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein. Die Gewalt geht nur von einer handvoll Übeltäter aus.
Das soll nicht heißen, daß es in Frankreich keine Anti-Semiten gäbe. Es gibt sie. Aber es gibt überall Antisemiten so wie es überall Menschen gibt, die andere aus welchen Motiven auch immer, hassen.
Paris und das Marais sind lebendige und kosmopolitische Orte, in denen jüdische Geschäfte und Wohnungen Tür an Tür mit Kunstgalerien, Boutiquen und feinen Restaurants aller Art ko-existieren in denen Touristen und Einheimische von allem profitieren, was Paris zu bieten hat.

http://www.parismarais.com/fr/hotels-du-marais/hotels-de-caractere/grand-hotel-malher.html